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KONRAD VON GRÜNENBERG ÜBER ZADAR IM JAHR 1486


Als Konrad von Grünenberg auf seiner Reise ins Heilige Land durch Kroatien reiste beschrieb er im Jahr 1486 (Pilgerreise von Konstanz nach Jerusalem), sehr umfangreich seinen Aufenthalt in Zadar. Er beschrieb sie als eine "ziemlich große und gut befestigte Stadt“.

 

KONRAD VON GRÜNENBERG ÜBER ZADAR IM JAHR 1486

 

Als Konrad von Grünenberg auf seiner Reise ins Heilige Land durch Kroatien reiste beschrieb er im Jahr 1486 (Pilgerreise von Konstanz nach Jerusalem), sehr umfangreich seinen Aufenthalt in Zadar. Er beschrieb sie als eine  "ziemlich große und gut befestigte Stadt“.

 

„... Wir sahen in Zadar einen Hochzeitszug. Die Frauen trugen verschiedene Verzierung wie Schleifen in der Tracht. Die Braut trug auf ihrem Kopf eine herrliche goldene Krone mit Edelsteinen und drüber einen Blumenkranz. Als sie bis zum Ende einer kleinen Gasse ankam, wo eine andere Gasse anfing, hielt sie an und beugte sich vor der Menge, die den Hochzeitszug anschaute. Dann hat man die Braut mit Weizen, Hafer, Dinkel, Gerste und anderem Getreide beworfen. Das hatte sich in allen Gassen bis zur Kirche und auf dem Weg zurück wiederholt.

 

 

Wir erkundigten uns bei unserer Hauswirtin nach dem Sinn des Hochzeitsbrauches; und sie erklärte uns, dass dieser Brauch  für Glück und eine kinderreiche Ehe stehe, das ihnen nie an Getreide fehle und dass sie immer alles reichlich im Leben haben. Wir waren neugierig und schlossen uns dem Hochzeitszug an, um die Bräuche besser anzusehen. Als wir in die Kirche kamen, waren wir der Messe zugegen, die nach slawischem Brauch gehalten wurde [glagolitische Messe]. Die Art und Weise wie der Priester den Gottesdienst hielt, seine Bewegungen waren sehr außergewöhnlich. Vor der Danksagung, hatte sich der Priester zum Volk gewandt. In seinen Händen hielt er das Kruzifix und alle Männer kamen zu ihm, um das Kruzifix zu küssen. Danach nahm er ein Plättchen mit der Gestalt unserer Mutter Gottes  und es kamen alle Frauen zu ihm, um das Plättchen mit der Gestalt Mutter Gottes zu küssen. Jeder hielt in der Kirche eine brennende Kerze bis die Messe endete...“