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Der Heilige Donatus aus Zadar


Der Heilige Donatus aus Zadar (2. Hälfte des VIII. Jahrhundert – um 811), bekannter Bischof aus Zadar und Diplomat

 

Am 25. Februar wird der Feiertag des Heiligen Donatus gefeiert, ein bekannter Bischof aus Zadar und Diplomat aus dem 9. Jahrhundert.

 

Der Heilige Donatus aus Zadar (2. Hälfte des VIII. Jahrhundert – um 811), bekannter Bischof aus Zadar und Diplomat

 


Nach einer örtlichen Überlieferung wurde der Heilige Donatus (lateinisch Donatus – „von Gott geschenkt“) in der 2. Hälfte des VIII. Jahrhunderts in einer angesehenen Zadarer Familie geboren.

 

Über den Heiligen Donatus, dem Bischof aus Zadar, berichtete der berühmte Jesuit Daniele Farlati (1690 -1773) im fünften Band seines monumentalen Werkes Illyricum sacrum (Ecclesia Jadertina cum suffraganeis, et ecclesia Zagabriensis), herausgegeben in Venedig im Jahr 1775.

 

Über den Heiligen Donatus berichtete zuerst Einhard (bekannt auch als Einhard oder auch Einhardt, 775–840), er war ein fränkischer Gelehrter, Kunstsachverständiger und Biograf  Karls des Großen. In seinem Werk Annales Regni Francorum aus dem Jahr 805 beschreibt er den Bischof Donatus als Vertreter der dalmatinischen Städte, der  zusammen mit den Dogen (Dux) von Venedig, Obelarius und Beatus und dem Zadarer Prior Paulus als Gesandte zu Karl dem Großen nach Diedenhofen (heute Thionville) soll. Nach der Chronik von Donald kam es zu einem weiteren Treffen im gleichen Jahr nach Weihnachten in Salzburg, aber es bleibt schwer anzumuten, dass sich der Bischof Donatus und der Zadarer Prior zwei Mal mit Karl dem Großen getroffen haben. Trotzdem verdient die Reise eine besondere Aufmerksamkeit, weil man auf der Durchreise von Ravenna und Aachen bis zur Kaiserlichen Residenz in Diedenhofen  Bauwerke sah, welche als ideale Vorbilder empfunden und im Bau der Donatus Kirche nachgeahmt wurden.


Mit Sicherheit weiß man, dass der Bischof  Donatus und der Doge von Venedig als Gesandte zu Kaiser Nikephoros I. nach Konstantinopel gereist sind. Zum Treffen kam es wahrscheinlich im Jahr 804. Sie verhandelten im Namen Karl des Großen über die Interessensphären in der einstigen römischen Provinz Dalmatien. Man glaubt, dass gerade diese Verhandlungen zwischen dem Herrscher im Westen und Osten zum Frieden von Aachen (812) geführt haben sollten. Mi diesem Friedensvertrag haben die Franken Istrien und Kroatien und  Byzant die dalmatinische Städte und Venedig bekommen. Der Bischof Donatus  hat dazu beigetragen, dass die Stadt Zadar und andere dalmatinische Städte (Kotor, Dubrovnik, Split, Trogir, Rab, Krk und Osor) ihre Selbständigkeit bekamen und zugleich Wächter der Adria und des Handel wurden. Trotzdem blieben sie Byzant bis zum Ende des 12. Jahrhunderts bedingungslos Gehorsam und loyal.


Bischof  Donatus hat von Kaiser Nikiphoros I. zum Zeichen der Aussöhnung von Byzanz mit Zadar und dem Frankenreich die Reliquien der Märtyrerin Anastasia aus Konstantinopel nach Iadera (heute Zara bzw. Zadar in Dalmatien) überführt und sie dann in der Kathedrale des Heiligen Petrus bestattet. Später wurde die Kathedrale der Heiligen Anastasia, oder wie sie die Leute aus Zadar gerne nennen sveta Stošija, gewidmet. Es wird erwähnt, dass der Bischof  Donatus in Konstantinopel auch die Reliquien des Heiligen Grisogonus bekommen haben solle, die Zadarer nennen ihn Krševan. Er habe aber auch die Reliquien der Heiligen Irene und ihrer Schwestern Agape und Chionia, die der Christenverfolgung des Kaisers Diokletian zum Opfer fielen zu Geschenk bekommen. So kam es, dass sich in Zadar Reliquien aller Heiligen, die mit dem Heiligen Grisogonus verbunden waren, wie auch die Heilige Anastasia und der Heilige Zoilo zusammen kamen. Es ist der Verdienst von Bischof  Donatus, dass man in Zadar die Heilige Anastasia ehrt und dass man Inschriften auf Steinbalken und auf dem Marmor Reliquiar in der Kapelle der Heiligen Anastasia heute noch bewundern kann. Bischof Donatus hat mit diesen Heiligen seine Stadt  und seine Kirchen bereichert. 


Er ließ auch die wohl bekannteste Zadarer Kirche – die Kirche der Heiligen Trinität, Anfang des 9. Jahrhundert bauen. Er starb um 811 und wurde in der Kirche der Heiligen Trinität, welche seit dem 15. Jahrhundert seinen Namen trägt, bestattet. Seine Reliquien wurden im Jahr 1622, als der Erzbischof Stella in Zadar sein Amt ausübte, unter den Hauptaltar versetzt. Die Kirche wurde im Jahr 1798 während der österreichischen Verwaltung säkularisiert und von dem Bischofsgefüge getrennt. Als Zadar unter französischer Verwaltung war wurden im Jahr 1809 die Reliquien des Heiligen Donatus in die Kathedrale der Heiligen Anastasia gebracht. Dort befinden sie sich heute noch.

 

 

Die Donatuskirche ist das repräsentativste Kulturdenkmal der altkroatischen und kirchlichen Baukunst des Mittelalters, das Wahrzeichen von Zadar, welches die Stadt in aller Welt erkennbar macht. Heute finden in der Kirche Musikabende der bekannten Interanationalen Festspiele der mittelalterlichen und Renaissancemusik statt. Obwohl man Zadar oft auch als Stadt des Heiligen Donatus nennt, feiert man den 25. Februar seit zweihundert Jahren nicht mehr als Feiertag des heiligen Donatus.